Faninterview: „Ein Befreiungsschlag gegen eine starke Mannschaft wäre im Moment Gold wert“

Seit seinem vierten Lebensjahr spielt Manuel Pakosch Fußball. Ebenso früh entdeckte er die Liebe zu Borussia. Am 17.10.1998 dann der erste Stadionbesuch auf dem Bökelberg beim Spiel gegen den 1.FC. Nürnberg (damals 0:2): „Die Stimmung war grandios. Beeindruckend war auch Manolo, der legendäre Einheizer der Borussia, der leider vor ein paar Jahren gestorben ist.“  Heute ist der 25 jährige Schriftführer eines Fanclubs, von welchem er auch Gründungsmitglied ist.

Wir sprachen mit ihm über die aktuelle Situation, seine Erwartung und die Zukunft von Borussia:

Was waren deine Erwartungen vor der Saison?

Manuel Pakosch: Meine Erwartungen vor der Saison waren zweigeteilt und vom Saisonstart abhängig. Ich habe auf einen besseren Start gehofft und wünsche mir trotzdem am Ende der Saison wieder einen Europa League Platz. 30 Mio. € wurden investiert und diese gekaufte Qualität sollte sich, allein von den Namen der Neuzugängen, dann am Ende auch durchsetzen.

6 Punkte aus den erste 6 Bundesligaspielen, Tabellenplatz 13. Zuletzt 5 Spiele ohne „Dreier“. Woran hat das deiner Meinung nach gelegen? Was fehlt dem Spiel von Borussia zur Zeit?

Manuel Pakosch: Dem Spiel fehlt die Selbstverständlichkeit. Das Passspiel, die Aggressivität, die Sicherheit und auch das Selbstbewusstsein, dass dem durchschnittlichen Saisonstart geschuldet ist. Ein Befreiungsschlag gegen eine starke Mannschaft wäre im Moment Gold wert und würde den jungen Spielern sehr helfen. Da kommet das Heimspiel gegen die Eintracht aus Frankfurt hoffentlich genau richtig, um sich wieder mit einem Erfolgserlebniss in die Spur zu bringen.

Favre und Eberl sagen immer wieder dass die Neuzugänge Zeit brauchen um sich einzugewöhnen. Wie siehst du das und was sagst du speziell zu Xhaka, Dominguez und de Jong?

Manuel Pakosch: Eine gewissen Eingewöhnungszeit ist selbstverständlich. Man siehe auch Lewandowski bei der anderen Borussia aus Dortmund. Der Junge hat eine ganze Saison gebraucht. Ein Luca Toni bei den Bayern hat nur ganze 12 Minuten gebraucht. Es liegt also nicht nur an der Zeit selber, sondern auch an dem Charakter der Spieler und ob das System des Trainers gleich greift. Daran ist jetzt Lucien Favres Geschick gefordert, dies schnell in den Griff zu bekommen.


Ex-Borussenspieler Herbert Laumen (links) und Manuel Pakosch (rechts) beim Spiel der Weisweiler Elf

Inwieweit hat die momentane – ehr schlechte/durchschnittliche Leistung – etwas mit der Rotation von Lucien Favre zutun? Tut es dem Spiel gut wenn in jeder Partie eine neue Startelf auf dem Platz steht?

Manuel Pakosch: Rotation ist bei der dreifach Belastung wichtig und auch zwingend notwendig, nur ob das zu einem so frühen Zeitpunkt schon notwendig ist, lasse ich mal so dahingestellt. Der Trainer arbeitet aber täglich mit den Jungs und kann das besser einschätzen, was richtig ist. Hinterher ist es immer einfach zu sagen, dass es richtig oder falsch war. Die Saison ist noch lang und Favre ist ein akribischer Trainer, der schon die richtige Mischung finden wird.

Am Sonntag geht es zuhause gegen Frankfurt. Was erwartest du vom Spiel?

Manuel Pakosch: Ich erwarte ein sehr körperbetontes Spiel mit 2 offensiven Mannschaften. Das bessere Konterspiel wird wohl am Ende den ausschlaggebenden Punkt geben. Die Borussia wird mit uns super Fans im Rücken und nach einem knappen Spiel mit 2:1 durchsetzen, da auch bei de Jong das Glück endlich wieder einkehrt.

Sollte Borussia sich im Winter verstärken? Wenn ja, welche Position?

Manuel Pakosch: Ich denke nicht, dass nochmal neue Spieler, mit neuen Stärken jetzt die große Wende bringen würden. Wir haben ja auch noch talentierte und heiße Nachwuchsspieler in der Hinterhand, wie zum Beispiel ein Amin Younes oder ein Julian Korb. Beide haben in der Vorbereitung klasse Leistungen gezeigt. Vielleicht fehlt dem Spiel einfach diese Unbekümmertheit eines jungen Spielers. Das war ja auch das, was Marco Reus ausgemacht hat.

Borussia hat eine schwere Gruppe in der Europa League mit Limassol, Istanbul und Marseille. Wieweit wird Borussia International kommen?

Manuel Pakosch: Leider hat die Borussia es verpasst auf Zypern den Sack schon nach 15min zu zumachen. Wenn man international spielt, darf man solche Spiele nicht unentschieden spielen. Jetzt müssen die Punkte her. Ich hoffe, dass es noch für den 2. Platz in der Gruppe reicht. Marseille sehe ich als Favorit und der 2. Platz wird ausgemacht unter den restlichen 3 Mannschaften.

Hand auf Herz, wo steht Borussia nach der Saison?:

Manuel Pakosch: Ich wünsche mir, dass sie wieder unter die ersten 7 kommen, denke aber das es am Ende nur der 10. Platz sein wird. Der Umbruch war doch sehr groß mit den Abgängen und den Zugängen. Die Mannschaft ist dem Anspruch noch nicht gewachsen und wird sich aber in den nächsten Monaten nach und nach finden und uns wieder begeistern. Aber wir müssen geduldig sein.

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